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Archive for März 2008

JR war heute auf der Post und hat das Päckchen für mich abgeholt: Da hat eine liebe Mitforianerin aus meinem Lieblings-Forum für eine Überraschung gesorgt, ich hatte damit gar nicht gerechnet! Im Päckchen waren Ferrero Küsschen, die es in Spanien nicht gibt, und Torten-Deko-Artikel von Schwartau (die ich in Spanien auch nicht bekomme!), dazu ein liebes Kärtchen mit Dankesworten! Ich hab mich so gefreut, weil ich gar nicht damit gerechnet hatte, dass sie mir etwas schickt! Das war wirklich lieb und ich habe mich sehr gefreut!

Nur backen kann ich in der nächsten Zeit leider erstmal nicht. Egal, da labe ich mir erstmal die Küsschen (… keine Angst, JR kriegt auch welche ab 😀 )

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Da ich ja im Moment sooo viel Zeit habe 😉 wird hier der Blog dicker und dicker, aber ich hab ja auch so viel zu erzählen… ; Folgendes wollte ich schon letzte Woche posten, wäre nicht der blöde Sturz mit den Brüchen dazwischen gekommen.

Am Karsamstag Vormittag, nach unserer Rückkehr aus Galizien und bevor der Sturz passierte, war ich mit JR im Carrefour Großeinkauf erledigen. An der Kasse standen wir in der Schlange hinter einer sehr netten Familie, die ich instinktiv beobachten musste, ich konnte nicht umhin. Es waren die Eltern, ich schätze mal sie so alt wie ich oder etwas älter, er sicherlich Mitte 40. Und ein kleiner Junge, ich schätze mal 7 Jahre alt. Der Kleine war asiatischer Herkunft.

Zuerst dachte ich: Das sieht man selten, dass ein chinesischer Junge adoptiert wird. Und habe mich sehr gefreut. Dann wies ich JR mit einem Blick auf ihn hin. Hinterher sprachen wir über die Familie, und wir kamen zum Schluss, dass der Junge eher kein Chinese war, weil seine Hautfarbe dunkler war und die Gesichtszüge nicht 100% chinesisch. Vielleicht war er aus Nepal, oder aus einem anderen benachbarten, asiatischen Land. Ist ja auch im Endeffekt egal. Ich fand diese Familie einfach deswegen so toll, weil es unter den Adoptiv-Familien hier eigentlich boomt, ein Mädchen aus China zu adoptieren. Manchmal habe ich das Gefühl, dass da mehr das Mitleid über die armen chinesischen Mädchen, die niemand haben will, die Leute zur Adoption drängt, als ein WIRKLICHER Wunsch nach Familie, nach einem Kind (wo doch dann Geschlecht und Herkunft des Kindes total egal sind). Mir wurde erzählt, dass es hier vor vielen Jahren mal eine Reportage über Waisenhäuser in China im TV gegeben hat, die zu einer riesigen Bestürzung der Menschen und einem Massenansturm auf Adoptionsanträgen in China geführt hat. Einerseits ist das ja wunderschön, dass die Leute so hilfsbereit sind. Andererseits weiß man halt dann doch nie, ob sich eine Familie wegen dieser Fernseh-Geschichte und der daraus resultierten „Mode“, ein chinesisches Mädchen zu „retten“, zur Adoption entschlossen hat. Ich persönlich fände die letztere Haltung alles andere als optimal, um ein Kind zu adoptieren, aber egal.

Und diese Familie im Carrefour eben zeigte mir: hier gibt es auch Leute, die „gegen den Strom“ schwimmen. Sie haben einen JUNGEN aus einem ANDEREN asiatischen Land. Sie wollten ein Kind. Natürlich geht es auch darum, einem Kind zu helfen. Aber es gibt doch soviele traurige Schicksale auf der Welt, auch außerhalb der mit Mädchen gefüllten chinesischen Waisenhäuser. Für diese Familie ist es eben dieser Junge geworden. Und wenn man die drei so zusammen sah, dann ging einem das Herz auf. Ich wäre am liebsten auf sie zugegangen, hätte sie angesprochen, und die Eltern nach ihren Erfahrungen gefragt… die hätten mir sicher den Vogel gezeigt! 😀

Aber: dieses kleine Ereignis hat mir was über mich selbst gelehrt: Ich wäre jetzt soweit, mich mit Eltern zu treffen, zum Erfahrungsaustausch. Zum Informieren. Ich habe Lust dazu, mit Betroffenen über Adoption zu sprechen. Ich bin einen Schritt weiter. Und das ist gut so.

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Meine Weh-Wehchen

So, mein Jammer-Posting von neulich muss ich jetzt noch bildlich untermalen. Hier mein erster Gips mit den freihängenden Zehen. Zum Glück bin ich den jetzt los und habe ja einen lockeren, aber mit Zehen-Stütze.

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 Da hab ich mich vor Kurzem noch über das Hämatom auf dem Bauch nach einer Zoladex-Spritze beschwert, da wusste ich noch nicht, dass man auch SOLCHE Hämatome haben kann (rechts daneben meine Hand, damit man die Größe einschätzen kann):

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… ich konnte nicht widerstehen, dieses „Pilger-T-Shirt“ musste einfach mit! 😀

kuh_santiago.jpg

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Hier kommt er endlich, mein Reisebericht! Meine Mitforianer, die hier mitlesen, mögen mir verzeihen, wenn sich dieser Bericht streckenweise mit dem anderen „drüben“ deckt. Aber ich habe mich hier bemüht, ausführlicher zu berichten. 🙂 

Seit ich mit JR zusammen bin, wollte ich ihm gern „mein“ Galizien zeigen. Diese autonome Region im äußersten Nordwesten Spaniens, die so ganz anders ist als das, was man sich in Deutschland unter „Spanien“ vorstellt: eine total andere Landschaft, eine eigene Sprache, eine ganz andere Mentalität der Menschen, andere Sitten und Traditionen… Endlich wurde diese Reise Wirklichkeit! Es war nach meinem Studienaufenthalt 1996/97 für mich das 6. Mal, dass ich dorthin zurückgekehrt bin. Für JR war es das erste Mal. Am Freitag vor der Karwoche flogen wir leider mit einer mehrstündigen Verspätung aufgrund schlechten Wetters ab und hatten dadurch in Santiago vom Tag nur noch den späten Nachmittag und Abend. Immerhin reichte es, damit sich JR einen ersten Eindruck von Santiago de Compostela machen konnte und auch, um meine Rundrufe bei Freunden und Verwandten zu machen und ein bisschen die kommenden Tage zu organisieren.

Am Samstag dann zeigte ich ihm Santiago von seiner schönsten Seite: Zunächst frühstückten wir für unschlagbare 5 EUR (Tasse Milchkaffee, Tasse heiße Schokolade und 2 Croissants) im bekannten Café Derby, das gegenüber des Hotels lag. Das Café Derby ist wie im alten Kaffeehaus-Stil eingerichtet und hat eine lange Tradition. Danach gingen wir zum Stadtpark „Alameda“, von wo aus man einen tollen Blick auf die Kathedrale und die Altstadt hat. Natürlich gingen wir wieder, wie am Vorabend, auch in die Altstadt.

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Leider war das Wetter nicht sonderlich toll, Regen und Wolken wechselten sich ab, so dass es einen schönen Grund gab, bereits heute ein bisschen nach Souvenirs und Geschenken für unsere Mütter zu gucken. Ich habe an diesen Tagen bewusst kaum Fotos von Santiago gemacht, weil ich von meinen früheren Reisen schon so viele besitze. Mittags trafen wir uns mit meinem lieben Freund X., der Musiker (er spielt Gambe in verschiedenen Gruppen und Formationen für Alte Musik) und Sänger ist (er hat eine wundervolle Bass-Stimme). Das Wiedersehen war sehr herzlich, wie immer! Am Nachmittag kam unser Freund R. nach Santiago. Da er hier wiederum bei Freunden übernachtete, gingen wir in einer kleinen Gruppe abends essen und hinterher auf Kneipentour, fast wie in alten Zeiten („fast“, weil ich nicht mehr so lange durchhalte… wir werden alle älter!). 

Am Palmsonntag frühstückten wir wieder für weniger als 5 EUR, diesmal im „Café Literarios“ direkt an der Kathedrale. Unser Plan: meinen ehemaligen Chor überraschen. Meine Freundin C. war eingeweiht und sie hatte uns informiert, dass der Chor zum Ende der Palmsonntagsprozession, mit dem Erzbischof an der Spitze, an der Plaza de la Quintana neben der Kathedrale singen würde. Also platzierten JR und ich uns unauffällig dorthin. Es war ein sehr rührendes und herzliches Wiedersehen und eine riesengroße Überraschung für den Rest der Freunde und Bekannten. Nach der Prozession durften wir heimlich mit dem Chor auf die Kathedralen-Empore.
Mittags trafen wir uns wieder mit R., der nun von seiner Kneipentour ausgeschlafen war, und fuhren mit ihm nach La Coruña an die Nordküste, die Rías Altas („Hohe Fjorde“ bzw. „Fjorde im Norden“). Er führte uns als perfekter Touristenführer durch die Stadt, zeigte uns die berühmten Stellen wie z. B. den Rathausplatz María Pita, am Hafen die klassisch galizischen Häuser mit den weißen Winterbalkonen und den berühmten „Herkulesturm“, der einzige Leuchtturm der Welt der seit der Römerzeit non-stop in Betrieb ist.

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Danach spazierten wir am Strand Playa del Riazor, wo eine Woche zuvor leider ein schwerer Sturm getobt hatte und eine riesige Welle, wie ein Tsunami, einen Teil der Ballustrade der Promenade zerstört, Autos weggeschwemmt und Menschen in Not gebracht hatte. In den Nachrichten hatten wir von der heldenhaften Tat eines Mannes erfahren können, der einen kleinen Jungen vor der sich nähernden Welle gerade noch retten konnte. Das Kind hatte weder am Strand, noch auf der Promenade gestanden, sondern weiter entfernt auf dem Bürgersteig der viel befahrenen Straße. Die Stadt hatte danach schnell reagiert und meterhoch Sanddeiche aufhäufen lassen, die wir noch sehen konnten. Zum Abschluss fuhren wir noch zu einem Ausflugsziel vor den Toren La Coruñas, von wo aus man die gesamte Stadt auf der Landzunge übersehen konnte. 

Am Montag hatten wir noch einen kompletten Tag in Santiago. Wir gingen morgens noch einmal in die Kathedrale, um an einer Pilgermesse teilzunehmen, da wir am vorigen Tag leider nicht den berühmten „Botafumeiro“ (überdimensionaler Weihrauchkessel) gesehen hatten. Die Pilgermesse war höchst interessant: Sie wurde von einem Bischof zelebriert, der zunächst alle am Vortag angekommenen Pilger mit Namen und Herkunft begrüßte. Daraufhin begrüßte er speziell eine 30köpfige Pilgergruppe aus Japan (!), die mit ihrem geistlichen Vater, einem deutschen Missionar, der seit Jahrzehnten in Japan lebt, den Pilgerweg gemacht hatte. Der Missionar durfte zusammen mit dem Bischof die Messe zelebrieren: Er begrüßte die Menschen in der Kathedrale auf Englisch, auf Deutsch und dann auf Japanisch. Teile der Messe wurden auch auf Japanisch gehalten, sogar japanische Lieder gesungen. Das fanden JR und ich nicht nur sehr interessant, sondern auch sehr schön und bewegend. Am Ende der Messe schließlich wurde der Botafumeiro vorbereitet und in die Seitenschiffe der Kathedrale geschwungen, so hoch, dass er fast die Decke des Gotteshauses berührte. Einer Legende nach soll sich der Botafumeiro einmal, vor vielleicht 100 Jahren, verselbständigt haben und aus dem Fenster hinaus auf die Plaza de Praterías geflogen sein…
Am Nachmittag nutzten wir einen Moment, an dem es nicht regnete, und spazierten zu einem Vorort von Santiago zur kleinen Kirche Santa Maria la Real de Sar, die berühmt dafür ist, weil ihre Säulen total schief stehen. Der Architekt hatte den lockeren Boden nicht bedacht, und mit den Jahren ist das Gebäude zusammen „gesackt“. Um es vor dem Einsturz zu bewahren, hatte man später seitlich große Pfeiler angebaut, um es zu stabilisieren. Alles in allem ein sehr kurioser Ort, den ich JR gerne zeigen wollte. Das Wetter blieb leider sehr durchwachsen. Zum Glück hatten wir uns Regenjacken gekauft, denn mit einem Regenschirm wird man in Santiago dank „Calabobos“ („Regen, der Idioten nass macht“) trotzdem früher oder später nass. Wir gönnten uns einen ausgedehnten Besuch in einem meiner Lieblings-Cafés, dem „Airas Nunes“, wo es den weltbesten Schokoladenkuchen zu essen gibt! Ansonsten nutzten wir den Tag zum shoppen, Mietauto organisieren…

Am Dienstag mieteten wir dann ein Auto für 3 Tage mit Rückgabe am Freitagvormittag am Flughafen von Santiago. In der Zeit fuhren wir insgesamt 1000km. Am Dienstag zunächst wollte ich JR die „Rías Bajas“, also die Fjorde an der Westküste zeigen. So fuhren wir Richtung Noia nach Westen, dann die Küste der Ría de Muros y Noia entlang und hatten am Vormittag auch Glück mit dem Wetter. Unser erster Stopp galt dem Fischerörtchen Porto do Son.

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Danach ging es weiter, ich wollte JR den sagenhaften, mystischen Dolmen de Axeitos zeigen, ein Grabmal aus der Zeit des Megalithikums, wo ich 2000 mit meiner Schwester schon einmal gewesen war. Leider verfuhren wir uns! Also ließen wir den Dolmen, Dolmen sein und fuhren weiter direkt ans Kap zwischen der Ría de Muros und der Ría de Arousa: Cabo Corrubedo. Hier sahen wir auch unseren Leuchtturm Nr. 2. Es war gewaltig! Das Meer… ach der Atlantik ist einfach so anders als das Mittelmeer…

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Wir verblieben eine längere Zeit hier, kletterten auf den Felsen, betrachteten, wie die Wellen gegen die Küste schlugen und stellten uns die schwere Arbeit der Percebes-Fischer vor, die ihr Leben bei der Ernte dieser speziellen, sündhaft teuren Meeresfrucht riskieren…
Auf der Weiterfahrt hielten wir am Naturschutzpark der Dünen von Corrubedo. Die Dünen breiten sich auf eine Länge von ca. 1,5 km aus, und haben derzeit eine Höhe von ca. 20m. Man schätzt, dass sie früher die Höhe der Kathedrale von Santiago ohne Türme hatte. Bis die Gegend zum Naturschutzpark erklärt wurde, „bedienten“ sich leider die Baufirmen an dem Sand… Vor 7 Jahren hatte ich noch die Dünen direkt überqueren dürfen. Heute ist das verboten (auch wenn man viele Fußspuren im Sand sah…), der Holzweg ist extra markiert, und am Ende steht ein Wächter. An die Strandseite kann man aber trotzdem noch, wohl von einer anderen Stelle aus, als wir waren.

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Der restliche Tag war etwas durchwachsen. Leider gerieten wir in einen heftigen Regenschauer, so dass wir im Fischerort Vilagarcía de Arosa nicht halten konnten, sondern gleich weiter fuhren nach Cambados, wo der berühmte Albariño-Weißwein herkommt. Cambados haben wir leider nur unter tiefgrauen Wolken sehen können, immerhin regnete es aber nicht und wir kauften einige Flaschen Wein. Cambados ist meiner Meinung nach ein „Must“ für jeden Galizien-Urlauber, der stattdessen lieber auf die touristischen Hochburgen in San Xenxo oder O Grove verzichten sollte. Ich war zuvor schon zweimal dort gewesen, 1997 und 2000

Am Mittwoch war unser „harter“ Tag. Wir wollten an die Rías Altas der Kantabrischen Küste fahren, hoch im Norden angrenzend an Asturien, und zwar noch bei Ebbe ankommen. Laut Tageszeitung war um ca. 9:30h Ebbe. Da wir aber eine Fahrt von mind. 2h von Santiago aus hatten, kamen wir „erst“ gegen 10:00h an, wo langsam aber sicher die Flut begann. Egal, wir waren gerade noch rechtzeitig, um an der „Playa de las Catedrales“, dem „Kathedralen-Strand“, zwischen Foz und Ribadeo, noch auf dem Sand laufen zu können und die gewaltigen bis zu 30m hohen Felsformationen vom Ufer aus sehen zu können. Komplett durchlaufen konnten wir den Strand leider nicht mehr, weil das Wasser schon gestiegen war, aber wenigstens teilweise.

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Die freistehenden Felsen aus Tafel und Schiefergestein wirken wie Kathedralen, bilden Bögen und Tore, Schluchten, Grotten und enge Pfade. Der Besuch der Playa de las Catedrales bildete den Höhepunkt unseres Urlaubs. Auch für mich war dieser Ort neu, ich war zuvor nie an die Küste der Provinz Lugo gefahren, weil sie für einen Tagesausflug relativ weit weg liegt. Die Fahrt hatte sich absolut gelohnt und ich empfehle sie jedem, der nach Galizien reist. Als die Flut weiter stieg, liefen wir die Treppe wieder hinauf und die Klippen entlang, um den Rest des Strandes von oben sehen zu können.

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Das Wetter verschlechterte sich leider zusehends, es stürmte am Ende so gewaltig, dass sich unsere Regenjacken aufblähten wie Luftballons.
Nach diesem wunderschönen Natur-Erlebnis fuhren wir weiter Richtung Westen, auf der Suche nach einem anderen schönen Aussichtspunkt und gelangten so an den Leuchtturm Nr. 3 unserer Reise, dem Faro de Roncadoiro. Der Blick bot sich über eine lange Küstenstrecke und war wunderschön, nur leider toste weiterhin der Wind so stark, dass wir uns nicht trauten, in so einer exponierten Stelle aus dem Auto zu steigen.
Weiter ging es durch Eukalyptus-Wälder, vorbei an klitzekleinen ländlichen Parzellen, die so typisch sind für Galizien, an die Ría de Viveiro, um uns dort mit Meeresfrüchten die Bäuche vollzuschlagen. Wir waren in einem Restaurant der Mittelklasse und haben für gebackene Jakobsmuschel (Vorspeise), ca. 30 gegrillte Gambas und 8 gegrillte Langostinos (Hauptspeisen), Getränke, Mandelkuchen und Kaffee nur 40 EUR gezahlt! In Römerstadt wären zum Einen die Portionen nur halb so groß, zum Anderen doppelt so teuer. Die Kleinstadt Viveiro mit ihrem ruhigen Hafen und Strand am Ende der Ría liegt idyllisch inmitten einer sattgrünen, irisch anmutenden Landschaft. Viveiro selbst hat eine nette Altstadt und, es lohnt sich, wie gesagt, hier Meeresfrüchte zu essen. Ansonsten gibt es sicher noch interessantere Kleinstädte und Dörfer in Galizien. Landschaftlich gesehen ist es die Reise allerdings Wert.

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Danach begann eine relativ lange Fahrt querfeldein auf der Suche nach der ältesten Kathedrale Spaniens, „San Martiño de Mondoñedo“ mitten im Nichts, in der absoluten galizischen Pampa, denn dort gab der Kammerchor meines Chores ein Konzert, das wir uns nicht entgehen lassen wollten. Von dieser „Irrfahrt“ habe ich ja schon vor ein paar Tagen hier berichet 😉 (Siehe weiter unten).

Am Gründonnerstag schliefen wir erst einmal aus, nach dem anstrengenden und langen Vortag, und fuhren dann gemütlich wieder in den Norden an die Rías Altas, diesmal aber weiter westlich, nach Malpica, einem Fischerdörfchen das – wie La Coruña – auf einer Landzunge liegt und – wie viele andere – vor Jahren sehr unter dem Tankerunglück der „Prestige“ gelitten hatte. Ich war bereits 1997 in Malpica gewesen, und als ich in den TV-Nachrichten die Öl-Verschmutzte Küste und den Strand von Malpica sah, musste ich damals wirklich weinen. Es lag mir also sehr am Herzen, dort wieder hinzufahren, und zu unserer Erleichterung sah (zumindest für uns, oberflächlich) alles wunderbar aus! Malpica hat auf der einen Seite der Landzunge, die „ruhige“ Seite, einen malerischen Fischerhafen mit vielen bunten Booten.

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Auf der anderen Seite der Landzunge erstreckt sich der Strand, der aufgrund der Offenheit zum Atlantik sehr windig ist, aber gleichzeitig wild-romantisch liegt. Dazwischen die Altstadt mit vielen kleinen Bars und Läden. Wir aßen aber in einer Bar direkt am Strand, hatten das Glück, einen Tisch direkt am Fenster zu ergattern, so dass wir windgeschützt mit Blick auf den Strand leckeren Pulpo und Calamari genießen konnten. Danach fuhren wir einige km westlich von Malpica zur kleinen Wallfahrtskapelle San Adrián, von wo aus man einen schönen Blick auf die Bucht von Malpica hat, und noch etwas weiter, einen Blick auf die gegenüber liegenden Inseln Islas Sisargas. Den Nachmittag verbrachten wir im Landesinneren bei meiner Großcousine und ihrem Mann, die kurz davor zum ersten Mal Eltern geworden waren. Die Geburt war leider schwierig gewesen, umso mehr hat es uns gefreut, dass es Mutter und Kind wieder gut ging. Außerdem konnten wir noch den Rest der Familie treffen, was eine schöne Überraschung für uns gewesen ist.

Am Karfreitag war dann unser Abreisetag. Wir hatten vereinbart, den Mietwagen im Flughafen abzugeben, so dass wir auf dem Weg dorthin noch einen kleinen Zwischenstopp einlegen konnten, am Berg „Monte do Gozo“ – das ist der Platz, der für die Pilger die letzte Station symbolisiert, weil man von dem Hügel aus endlich die Kathedrale erblickt: das Ziel der Jakobspilger.

Es war alles in allem ein sehr gelungener Urlaub an den wir sicher noch lange denken werden. Und es wird auch sicher nicht unsere letzte Reise dorthin – ab Oktober fliegt ein Billigflieger direkt nach Santiago – juhuuuu!!!!! Vielleicht kommen mich ja dann auch mal Freunde besuchen.

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Ach, in den letzten Tagen hatte ich solche Schmerzen! Ich denke, am Ostermontag und am Dienstag ging’s mir relativ gut, weil die Entzündungshemmer, die ich am Sonntag genommen hatte, noch nachgewirkt haben. Anders kann ich es mir nicht erklären. Am Mittwoch ging’s mir auch noch relativ ok, aber ich merkte schon, dass es nicht genauso war wie am Dienstag. Abends musste ich auch ganz früh ins Bett, was total unüblich bei mir ist. Um 20:30h habe ich mich ins Bett gelegt und hab noch ferngesehen. Danach bin ich am Donnerstag dank äußerst starker Schmerzen den ganzen Tag im Bett geblieben. Es war nicht auszuhalten! Selbst drei Schritte mit Krücken zur Toilette wurden zum Leidensweg. Kaum verließ der Fuß die Hochlage, kaum schoss das Blut hinunter, schon begann der Fuß höllisch weh zu tun. Selbst in Hochlage hatte ich Schmerzen, aber sie ließen sich aushalten. Am Freitag hatte ich sowieso meinen zweiten Termin bei der Hausärztin, im Ärztezentrum wo ich auch zum Spritzen hingehe. Dort trafen wir in der Empfangshalle eine der Schwestern, die mich gut vom Zoladex kennen und auch total nett sind. Sie sah den Gips, fragte, was mir passiert sei, und meinte sofort (was ich mir schon gedacht hatte!): Der Gips ist nicht ok! Die Zehen stünden ja total frei, die bräuchten unten eine Stütze, damit sie nicht nach unten abwinkeln. Ich solle das mit der Hausärtzin ansprechen. Leider haben sie im Ärztezentrum aber kein Gerät, um Gipse aufzumachen, um danach einen neuen machen zu können. Deswegen blieb mir, nachdem es mir auch meine Hausärtzin vorschlug, keine Alternative als wieder zur Notaufnahme ins KH zu fahren, was wir Samstag früh gemacht haben. Dort behandelte mich eine andere Ärztin als eine Woche zuvor. Ich jammerte ihr von meinen Schmerzen vor, sie sah sich die Sache an und beschloss sofort, kommentarlos, den Gips abzunehmen. Der Fuß war immer noch sehr geschwollen und gerötet. Sie machte mir einen „halben“Gips, also Gips nur auf der Fußsohlen-Seite und auf der Rückseite des Unterschenkels, seitlich und vorne wurde kräftig wattiert und danach mit Mull zugebunden. Vorteil: es drückt nichts zu und der Gips ist nicht so schwer. Nachteil: ich muss verdammt gut aufpassen, dass ich nirgends anstoße, da die gebrochene Stelle schon auf leichten Fingerdruck weh tut. Dieser Gips ist natürlich nur eine temporäre Lösung. Die Ärztin meinte, dass er mir dann wieder erneuert würde, sobald ich beim Orthopäden den Termin habe. Außerdem wurden noch einmal Röntgenbilder gemacht um zu kontrollieren, dass sich nichts „verschoben“ hat. Zum Glück war alles in Ordnung. Jetzt nehme ich seit Freitag Abend alle 8 Stunden eine Paracetamol. Es wird dadurch langsam besser, es lässt sich aushalten. Aber weh tuts trotzdem immer noch. 😦

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