Hier möchte ich einen kurzen Überblick geben zu allem, was meine Brustkrebs-Erkrankung betrifft. Wenn Fragen offen sind, dürft Ihr sie gerne im Kommentar stellen und ich werde mich bemühen, diese zu beantworten. Bitte nur Fragen, die meinen persönlichen Fall betreffen, denn:
Ich möchte an dieser Stelle eindringlich darauf hinweisen, dass dies hier keine medizinisch überprüften Aussagen sind. Alle Aussagen auf dieser Seite beruhen auf meinen Erfahrungen.
Medikamente:
Welche Medikamente nimmst du?
Zurzeit 2 Medikamente: täglich 20mg (1 Tablette) Tamoxifen, und alle 3 Monate eine Zoladex-Spritze. Das Tamoxifen verhindert, dass Östrogene über die Hormonrezeptoren von eventuell existenten Krebszellen im Körper aufgenommen werden, wirken also sozusagen als „Blocker“. Das Zoladex verhindert, dass der Körper überhaupt Östrogene produziert bzw. versucht, die Östrogenproduktion auf ein Minimum zu halten.
Nebenwirkungen:
Welche Nebenwirkungen haben die Medikamente?
Die Medikamente versetzen den Körper in eine künstliche Menopause. Die Nebenwirkungen sind also mehr oder weniger die gleichen, die Frauen in den Wechseljahren erleiden, mit dem Unterschied, dass man keine zusätzlichen Medikamente nehmen darf, die diese Beschwerden ertragbarer machen könnten. Das ist so, weil z. B. die typischen Soja-Präparate die Östrogen-Produktion motivieren. Typische, alltägliche NW sind (bei mir): Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, depressive Phasen, Libido-Verlust, Körperzunahme, Vergesslichkeit. Auf lange Sicht sind zusätzlich, aber selten, schwerwiegendere NW möglich: Thrombosen, Osteoporose, Zysten in den Eierstöcken, Gebärmutterkrebs, Schlaganfälle.
Operation:
Wie läuft die Operation ab? Was wurde gemacht?
Am Vortag der Operation erhielt ich eine Schlaftablette, für den Fall, dass ich nicht schlafen konnte (ich hätte sie mal lieber nehmen sollen…
). Am Morgen des OP-Tags wurde ich nüchtern zur Abteilung für Nuklearmedizin gebracht, wo mir an Hand eines speziellen Geräts (ähnlich einem Tomographie-Geräts) die Position des Sentinel-Lymphknotens geortet wurde. Danach wurde ich zurück zu meiner Station gebracht und auf die OP vorbereitet. In der OP wurde dank der ästhetisch „guten“ Lage des Tumors in die untere Knickfalte der rechten Brust aufgeschnitten und, brusterhaltend, der Tumor samt einer Sicherheitszone entfernt. Außerdem wurde unter der rechten Achsel der Sentinel entfernt. Nach der OP wachte ich im „Aufwachraum“ auf. Danach wurde ich in mein Zimmer zurück gebracht. Übrig geblieben sind zwei Narben, von denen eine exakt mit der Brustfalte zusammen fällt, so dass sie kaum auffällt.
Parameter:
Nach welchen Kriterien wird beurteilt, wie schwer die Krebserkrankung einzuschätzen ist und welche Therapien empfohlen werden?
- Art des Tumors und seine Gefährlichkeitsstufe=Differenzierungsgrad (ich: Muzinöses Adenokarzinom; Grading G1)
- Größe des Tumors (ich: 2,1 cm)
- Befallenheit der Lymphknoten (ich: Sentinel nicht befallen)
- sonstige Fernmetastasen (ich: keine)
- Abgrenzung des Tumors=Resektatränder befallen? (ich: nicht befallen)
- Hormonrezeptorstatus (ich: Östrogen- und Progesteronrezeptoren positiv)
- HER2/neu-Status= Immunhistochemischer Score (ich: 0 )
- Alter der Patientin (ich: 33 Jahre)
Insgesamt richtet man sich nach den in der jährlichen Konferenz in St. Gallen festgelegten Kriterien
Prognose:
Wie wurde die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Rezidiv erleiden könntest, eingeschätzt?
Anhand der Parameter und langjähriger Studien, anhand der daraus resultierenden Statistiken, und den angewandten Therapien, lässt sich eine ungefähre Prognose ableiten. In meinem Fall ist diese sogar ohne Chemotherapie extrem gut: Nach 5jähriger Antihormontherapie mit Tamoxiphen und Zoladex mit meiner Tumorart und meinen Parametern habe ich eine +/- 90% Wahrscheinlichkeit, kein Rezidiv zu erleiden. Hilfreich ist ein Programm namens Adjuvant-online, zu dem nur Ärzte Zugriff haben und welches auch nur im Beisein eines Arztes befragt werden sollte.
Therapie:
Zu welchen Therapien hat man Dir geraten?
Mir wurden nach der OP drei Therapiemöglichkeiten unterbreitet:
1. Anthrazyklinhaltige adjuvante Chemotherapie z. B. mit 6x AC (Adriamycin 60mg/m² KOF (Cyclophosphamid 600 mg/m² KOF); gefolgt von endokrine Therapie mit Tamoxifen 20mg/über 5 Jahre und Zoladex (3,6 mg Goselerin alle 28 Tage s. c. ) + Strahlentherapie rechte Mamma nach Abschluss der Chemotherapie.
2. Anthrazyklinhaltige adjuvante Chemotherapie z. B. mit 6x AC (wie oben); gefolgt von endokrine Therapie mit Tamoxifen 20mg/über 5 Jahre + Strahlentherapie rechte Mamma nach Abschluss der Chemotherapie.
3. Endokrine Therapie mit Tamoxifen 20mg/über 5 Jahre und Zoladex (3,6 mg Goselerin alle 28 Tage s. c. ) + Strahlentherapie rechte Mamma
Welche adjuvanten Therapien hast du letztendlich gemacht/machst du?
Ich habe mich für die dritte Variante entschieden, also gegen eine Chemotherapie.
Tumor:
Welche Tumorart hattest du?
Es handelte sich um ein sog. Muzinöses (=schleimhaltiges) Adenokarzinom. Es ist ein für mein Alter absolut untypischer Tumor und wurde vor meiner Operation ca. 1 Jahr lang von drei verschiedenen Ärzten anhand von Ultraschallbildern fälschlicherweise für ein gutartiges Fibroadenom gehalten, in Mammographien wurde nichts Auffälliges gesehen, und bis kurz vor der OP wurde keine Stanzbiopsie für eine histologische Untersuchung veranlasst.






































































